Bockräder wie diese wurden in unserer Drechslerei bis 1911 in großer Stückzahl hergestellt. Ein Spinnrad kostete zu dieser Zeit 3.50 Mark und war damit etwa 50 Pfennige teurer als die Spinnräder vom Nachbarort.
Erst nach den 2.Weltkrieg hat mein Vater , nachdem er 1952 aus der Gefangenschaft nach Hause gekommen ist , aus der Not heraus die Herstellung von Spinnrädern wieder angefangen. Für ein Spinnrad bekam er zu dieser Zeit ein Ferkel !
In den letzten Jahren hat sich das Spinnen mehr und mehr als Hobby etabliert , so dass alte Spinnräder wieder repariert und auch neue benötigt werden .
Im Original vor 1911 waren die Zierköpfe am Rad etwas anders gearbeitet und hatte die Form einer Eichel. Da jeder Drechsler an seinen eigenen Formen erkannt werden will , hat mein Vater statt dessen die oberen Verzierungen als Kugel gedrechselt. Heute stelle ich diese Räder in Originalform her , auch deshalb weil ich glaube , dass man das Spinnrad
in seiner Grundform nicht optimieren muss . Es hat sich ja
nun schon über 100 Jahre als absoluter Arbeitsesel bewiesen . Das schließt aber nicht aus , dass ein neu überarbeitetes Modell mit einer neuen Form und einigen Extras entstehen könnte.
Mein Meisterstück war übrigens ein Spinnrad - natürlich als Luxusausführung in Nussbaum , verziert mit gedrechselten Rinderknochenknöpfen. Hier kann man es auch ansehen : Meisterstück
Oben ist der alte Brennstempel abgebildet. Der Name "KUMMERT" wurde auf dem Hauptbrett des Spinnrades bis 1911 eingebrannt .
Ich würde mich freuen , wenn ich wüsste, wo heute noch so ein Spinnrad steht und in welchem Zustand es z.Z. ist.
Bitte tragen Sie sich in meinem
Gästebuch
ein .